Frauen in der Arbeitswelt vs. Männer, wenn es um Beförderungen geht
Es ist leider in vielen Unternehmen der Fall, dass eine Beförderung nicht automatisch an den Mitarbeitenden ausgehändigt wird, der sie am meisten verdient, sondern häufig an die lautesten oder mutigsten. Mitarbeitende müssen sich manchmal selbst darum kümmern und einfordern, was sie denken, dass ihnen zusteht. Da sich Männer hierbei leichter tun als Frauen, könnte dies dazu führen, dass Frauen bei Beförderungen vernachlässigt werden. Einige Unternehmen handeln nach internen politischen Gesichtspunkten, welche das Thema Beförderungen fairer machen. Im zweiten Teil dieser Studie werden wir Tipps geben, wie Gleichstellungen am Arbeitsplatz gefördert werden können und Software vorstellen, die bei der Umsetzung hilft.
Auf der Kehrseite geben 41% der Männer an, in ihrem aktuellen Job nicht befördert worden zu sein: 15% von ihnen haben aktiv um eine Beförderung gebeten und 26% haben nicht darum gebeten. Im Gegensatz dazu haben 57% der Frauen in ihrem aktuellen Job keine Beförderung erhalten. Nur 10% von ihnen haben um eine Beförderung gebeten, 47% haben nicht um eine Beförderung gebeten.
Außerdem haben 28 % der Männer eine Beförderung erhalten, ohne darum gebeten zu haben, im Vergleich zu 22 % der Frauen: Dies könnte in gewissem Maße zeigen, dass der Umgang mit Beförderungen auf Vorurteilen beruht, unabhängig davon, ob sie bewusst sind oder nicht.
41 % der Männer geben an, in ihrem aktuellen Job keine Beförderung erhalten zu haben (15 % davon haben aktiv nach einer gefragt). Im Gegensatz dazu haben 57 % der Frauen in ihrem aktuellen Job keine Beförderung erhalten. Nur 10 % davon haben nach einer Beförderung gefragt, 47 % haben um keine Beförderung gebeten.
Auch die Art des Arbeitsvertrags könnte hierbei eine Rolle spielen. 92 % der Männer unserer Studie arbeiten auf Vollzeit-Basis, während diese Zahl bei Frauen nur bei 66 % liegt. 34 % der Frauen arbeiten in Teilzeit, während es bei den Männern nur 8 % sind. Vor allem Frauen mit Kindern arbeiten in Teilzeit, da sie sich um die Kinderbetreuung und den Haushalt kümmern müssen. In unserer Studie können wir sehen, dass generell Personen (Frauen sowie Männer), die in Teilzeit arbeiten, größere Schwierigkeiten haben, nach einer Beförderung zu fragen. Das könnte daran liegen, dass sie denken, im Vergleich zu den Vollzeitangestellten keine Beförderung verdient zu haben und deswegen erst gar nicht danach fragen.
Dies ist jedoch nicht der einzige Grund: Einige Frauen unserer Studie fühlen sich aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert. Wir fragten die weiblichen Teilnehmer, ob sie am Arbeitsplatz mehr Vorurteile/Diskriminierung erfahren haben, wenn es um Beförderungen und Gehaltserhöhungen geht. Ein Viertel (25 %) stimmen der Aussage etwas oder voll und ganz zu, Vorurteile bei Beförderungen erlebt zu haben. Bei Gehaltserhöhungen liegt dieser Anteil sogar noch höher: 31 % der Frauen geben an aufgrund ihres Geschlechts Diskriminierung in punto Gehaltserhöhungen erfahren zu haben.
Die Geschlechtsdiskriminierung ist natürlich schwer nachzuweisen und bezieht sich hier auf ein Gefühl der weiblichen Teilnehmer. Kein Arbeitgeber sagt, dass eine Frau aufgrund ihres Geschlechts nicht befördert wird. Aber was man als Frau beobachten kann, ist, dass sie die gleichen Aufgaben/Verantwortlichkeiten wie ihre männlichen Kollegen haben und nicht auf die gleiche Weise befördert werden.
41 % der befragten Frauen glauben, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer
57 % der Frauen glauben, dass ihr Unternehmen Männer und Frauen gerecht bezahlt (gleiches Gehalt für gleiche Leistung). 41 % denken, dass die Lohnlücke zwischen Mann und Frau in ihrem derzeitigen Unternehmen existiert und Frauen schlechter bezahlt werden als Männer.
Männer sind dagegen zuversichtlicher, was die Lohngleichheit angeht: 67 % der Männer glauben, dass ihr Unternehmen Männer und Frauen gerecht bezahlt.
Lohnungleichheit bzw. die Lohnlücke zwischen Mann und Frau ist ein großes Problem in der Arbeitswelt. Frauen haben in Deutschland im Jahr 2021 pro Stunde durchschnittlich 18 % weniger verdient als Männer. Damit blieb der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
42 % aller Befragten finden, dass die Frauenquote in Führungspositionen niedrig ist
Wir wollten wissen, ob die Beschäftigten denken, dass es eine angemessene Frauenquote in Führungsp spain telegram data ositionen gibt. Um das zu beantworten, fragten wir, inwieweit Männer und Frauen folgender Aussage zustimmen „Ich finde, dass Frauen in Führungspositionen an meinem Arbeitsplatz unterrepräsentiert sind.“
Es ist interessant zu sehen, dass Frauen und Männer sich bei ihrer Antwort einig sind. 43 % der Frauen stimmen dieser Aussage entweder etwas oder voll zu, bei den Männern sind es 42 %.
42 % sind eine hohe Anzahl an Mitarbeitenden, die finden, dass Frauen in Führungsrollen in ihrem eigenen Unternehmen unterrepräsentiert sind. Schauen wir uns die Zahlen des statistischen Bundesamts dazu an, wird einem schnell bewusst, warum so viele Mitarbeitende der obigen Aussage zustimmen: In deutschen Führungsetagen arbeiteten im Jahr 2021 nur rund 29 % Frauen. Deutschland schneidet dabei schlecht ab. Im EU-weiten Durchschnitt lag die Frauenquote in Führungspositionen 2021 bei rund 35 % (was bereits relativ niedrig ist).
Ein möglicher Grund dafür könnte die Vereinbarkeit von Familie und Karriere sein. 25 % der Frauen unserer Studie geben an, dass ihre Familie bzw. ihr Wunsch nach einer Familie ihren beruflichen Werdegang beeinfluss(t)en.